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Anti-Bultmann Bücher

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1 Anti-Bultmann Bücher am Mo 23 Aug 2010, 01:50

Jacko


Hallo,

ich und Freunde von mir hatten gestern nach dem Gottesdienst ein Gespräch mit einem Mitglied. Dieser war bei einem "theologischen Gesprächskreis", bei dem Bultmanns Theologie vertreten wird. Es geht um die Entmystifizierung der Bibel. Die Thesen besagen in etwa, dass die Wunder Jesu gar nicht so existiert haben, sie hätten nur den Sinn eine Botschaft zu übermitteln und hätten nur symbolischen Charakter. Wir haben mit ihm geredet und versucht mit Argumenten vom Gegenteil zu überzeugen. Dennoch war er von dieser Entmystifizierungsgeschichte sehr angetan. Kennt ihr Bücher, die gegen Bultmanns Vorstellung argumentieren und aufdecken wieso das Schwachsinn ist, die überzeugen, dass Wunder wirklich geschehen sind?

Grüße,
Jacko

2 Re: Anti-Bultmann Bücher am Mo 23 Aug 2010, 20:33

davina

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ich bin davon überzeugt, wer glaubend mit dem herrn geht, der hat dem besten beweis das auch heute noch die gleichen wunder geschehen, was heilung betrifft, das gott die unmöglichsten dinge möglich macht, ausweglose situationen wieder einen ausweg gibt,
nur eines ist gewiss gott kann man nicht beweisen, jeder mensch kann ihn erfahren in sich aber nicht den anderen beweisen,
und das ist gut so, gott ist einfach genial, weil er IST,
wer an gott, an christus und seinen wort zweifelt, der zweifelt an sich selbst und möchte immer beweise von außen, weil er in seinen inneren keinen beweiß hat,
darum hat jesus in gleichnissen gesprochen, das der mensch gott und seine gesetzmäßigkeiten versteht,

jesus seine wunder wirken heute noch, weil sie aus den gesetzmäßigkeiten gottes wirken, wer dies erfahren hat, der möge sich reich schätzen, den er hat gottes erbe als reichtum, wer es weder glaubt noch erfahren hat, ist arm im geiste, und will menschen für sich gewinnen, und sie von ihren weg abbringen,

3 Re: Anti-Bultmann Bücher am Do 16 Sep 2010, 04:59

Lindariel

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Bultmann ging es bei seiner Entmythologisierung vor allem darum, das gepredigte Wort von Jesus Christus, das sog. Kerygma, in den Mittelpunkt zu stellen. Ihm ging es darum, dass der historische Jesus im Grunde nicht wirklich relevant ist für den Glauben, Beispiel: ist es wichtig, ob Jesus Zimmermannssohn war? Spielt es eine Rolle, ob er vielleicht verheiratet war oder eben nicht? Bultmann würde wohl sagen: Nein. Wichtig ist allein sein Tod am Kreuz und sein Heilswirken für uns. Und nur von diesem her sind dann die Wunder zu verstehen.
Bultmann wandte sich auch bewusst gegen die zu seiner Zeit sehr aktuelle "Verkitschung" Jesu (diese ganze süssliche Zeug, das es auch heute noch gibt) - und stand zugleich im Austausch mit der Existenzphilosophie Martin Heideggers, der ihn in seinen Formulierungen beeinflusst hat.
Interessant, dass das heute überhaupt noch diskutiert wird *gg*....

4 Re: Anti-Bultmann Bücher am Do 16 Sep 2010, 06:00

Jacko


Mir ist weniger wichtig, was er erreichen wollte, sondern was er erreicht und gemacht hat. Er hat das vom Hl. Geist inspirierte Wort geleugnet und somit als Lüge hingestellt. Als die Pharisäer behaupteten Jesus stehe mit dem Satan im Bund und somit leugneten sie das Wirken des Heiligen Geistes. Jesus nannte es den Hl. Geist beleidigen und das wird weder in dieser noch in der nächsten welt vergeben. Bultmann behauptet zwar nicht, dass Jesus mit dem Teufel im Bund steht, dennoch leugnet er bis zum gewissen Punkt das Wirken des Hl. Geistes und somit beleidigt er ihn. So seh ich das und deswegen sehe ich das so schlimm. Zudem hat er erreicht, dass es diskutiert wird (vor allem zur Osterzeit), dass und ob die Auferstehung wirklich so passiert wird oder nur eine Aussagekraft hat, laso ob die Auferstehung genauso wenig passiert ist, wie die Wunder.

Liebe Grüße,
Jacko

5 Re: Anti-Bultmann Bücher am Do 16 Sep 2010, 07:21

Lindariel

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Ich bin jetzt gerade am Überlegen, ob das nicht alles schon viel früher diskutiert wurde (also auch schon) - nicht erst mit Bultmann, muss mal über die Bücher :-)


was meinst Du mit "er hat das Wirken des Hl. Geistes geleugnet"? Das glaube ich so nicht, dass Bultmann das leugnete, ich denke mal, er hat aber die historisch-kritische Exegese vertreten. ist es das, was Du meinst?
LG

6 Re: Anti-Bultmann Bücher am Fr 17 Sep 2010, 01:54

Jacko


Ja, die historische-kritische Exegese ist mir ehrlich gesagt ein Dorn im Auge. Wen ich gut fand war Eta linnemann. Ich weiß nicht, ob Du sie kennst. Sie betrieb auch diese Methode, um zu glauben beweisen zu können, dass die sogenannten deuteropaulinische Texte gar nicht von Paulus war. Als sie, wie sie sagte, ihr Leben Jesus übergeben hatte, hat sie erkannt, was für ein Unsinn sie da trieb und widerrief all ihre Bücher und Lehre. Ich habe es bisher nicht geschafft mich genau mit der Thematik im Detail zu beschäftigen und ihre Bücher zu lesen, aber bisher hat mich was da in der Theologie gelehrt wird nicht überzeugt. Eta Linnemann hat auch eins oder zwei Bücher geschrieben, die die hitorisch-kritische Methode hinterfragt. Ich habe leider nur ein Vortrag von ihr gehört. Übrigens war die histrisch-kritische Exegese der Hauptgrund weshalb ich kein Theologiestudium gemacht habe. Es hätte meinen Glauben kaputt gemacht.

Wenn Bultmann behauptet Jesus hätte keine Wunder getan, sprich die Dämonenaustreibungen wären oder stünden für Krankheiten oder epileptische Anfälle, er wäre nicht über das Wasser gegangen, er hätte keine Toten erweckt, es hätte keine Brotvermehrung gegeben, er hätte den Sturm nicht befohlen sich zu legen, dann spricht er diese Wundertaten, die durch Jesu Vollmacht und durch den Hl. Geist geschehen sind ab, wenn er diese abspricht, leugnet er sie. Genau dass tut auch David Friedrich Strauß.
Ein Vorgehen dagegen wie die von Karl Friedrich Bahrdt oder Heinrich E.G. Paulus, die versuchen übernatürliche Ereignisse zu erklären z.B. Jesus wäre beim Seegang auf Baumstumpf gestanden oder auf eine Düne gegangen könnte ich noch als Kleinglaube bezeichnen.

LG,
Jacko

7 Re: Anti-Bultmann Bücher am Fr 17 Sep 2010, 04:53

Lindariel

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Eta Linnemann - da hatte ich mal ein Buch gelesen - ach, es ist alles schon solange her... Rolling Eyes
Ich bin mir sicher, dass Bultmann nicht das Wirken des Hl. Geistes leugnet
hm - Bultmann ist ne harte Nuss, schwer zu verstehen und zT auch widersprüchlich. Ich habe jetzt nochmal etwas nachgelesen - wenn man wirklich konsequent ist mit ihm, dann stimmt es, was Du schreibst, Jacko. Was heisst "Auferstanden ins Kerygma"? Schwierig...
- und ich sehe es auch so, dass es sich bei diesen Geschichten zT. um Erklärungsversuche von Phänomenen handelt, die man damals vielleicht nicht einordnen konnte - eben: Besessenheit, Epilepsie. Es spielt auch letztlich keine Rolle, sondern wichtig ist, DASS Jesus sich, im Gegensatz zu allen anderen seiner Zeit, gerade NICHT von diesen Leuten abgewandt hat, sondern sich ihnen zugewandt und sie geheilt hat. DAS aber konnte er nur in der Vollmacht tun, die er hatte, weil er Gottes Sohn war und ergo den Heiligen Geist hat.
Die Stelle, wo Bultmann behauptet, Jesus hätte keinen Toten erweckt, wüsste ich gerne.
Ich habe es nachgeforscht, Du hast Recht, Jacko, die leugnet er, weil er es sich quasi naturwissenschaftlich nicht vorstellen kann. Okay, kann ich auch nicht, datum GLAUBE ich ja auch, dass es so war!
Ich habe nie verstanden, warum die historisch kritische Methode eine Bedrohung des Glaubens sein soll. Es ist doch so, dass die Bibel ein Buch ist, in dem viele Texte stehen, deren Entstehungsgeschichte man nachweisen kann, die gewachsen sind, wo einer vom anderen abschrieb, wo Fehler zu finden sind uvm. Viele Texte sind Erklärungsversuche von Dingen, die man verstehen wollte. Vieles hat historische Wurzeln, vieles kann man tatsächlich festmachen - vieles nicht. ABER: die Bibel ist in erster Linie und dabei immer ein GLAUBENSZEUGNIS. Das heisst(und jetzt spreche ich mal nur fürs NT): sie ist ein Zeugnis dafür, wer Jesus Christus war, was er getan hat. WER er war, das hat den Autoren aber der Heilige Geist mitgeteilt (so wie er das meiner Meinung nach auch uns mitteilt, wenn wir glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist). ABER: es gibt selbst innerhalb des NT Bibelstellen, die sich diametral widersprechen. Typisches Beispiel die Johannesoffenbarung. Deren Christusbild, in der Jesus als der Rächer und Richter mit Schwert geschildert wird, der aussortiert passt für mich nicht zusammen mit einem Christus, den die Evangelien schildern als denjenigen, der sein Leben hingibt für alle Menschen. Will heissen: selbst im NT gibt es verschiedene "Schulen" und verschiedene Interessen und selbst da fängt es schon an (so wie heute), dass Du Zeugnisse findest für Judenchristen oder Heidenchristen uvm. Und nun? WER hat den Heiligen Geist? Nur die einen - oder die anderen? Diese Frage ist ja aktuell auch heute noch. Die kath. Kirche sagt zB: nur WIR haben ihn. Die anderen Kirchen nehmen ihn aber auch für sich in Anspruch. Deswegen muss es ja irgendein Kriterium geben, oder? Für mich ist das Kriterium oder der Hl. Geist da am Werk, wo Jesus Christus als der Sohn Gottes und als eine Person der Trinität bekannt wird, der für uns gestorben und uns vom Tod und der Sünde erlöst hat. Oder kürzer gesagt: Alles das, was im Apostolischen Glaubensbekenntnis steht, muss erfüllt sein.
Very Happy

8 Dialektik am Mo 18 Okt 2010, 18:23

Diettrich

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Als Mensch vermutlich nicht gerade ein Mustermannn hab ich´s auch in der Theologie mit Hegel:
Jede Generation, jedes Jahrhundert haben ihre Orthodoxie und ihren Aufbruch. Thesen, Antithesen, Synthesen. So funktioniert Wissenschaft, zumindest Geisteswissenschaft.
Und Bultmann war Geisteswissenschaftler. Wenn in der Theologie Denkverbote gelten wuerden, taete sie mir leid. Wer nicht mitdenken will, kann es ja sein lassen. Bultmann wollte eine Synthese herstellen zwischen Glaube und Gesellschaft. Ich bin ihm fuer seine Muehe und sein Lebenswerk sehr dankbar. Kein einziger Theologe hat die ganze Wahrheit. Aber viele tragen zur lebendigen ehrlichen Auseinandersetzung mit Kirche und Religion bei. "Bild Dir Deine Meinung." Von Schaden kann fuer mich dabei keine Rede sein.

9 Re: Anti-Bultmann Bücher am Mo 18 Okt 2010, 19:20

Lindariel

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Dem würde ich mich anschliessen. Ich finde es immer spannend, mich mit anderen Ansätzen auseinanderzusetzen. Von einigen lernt man dazu, andere kann man nicht teilen - aber meinen Glauben haben sie noch nie "zerstören" können, der ist davon unabhängig sozusagen.

10 Re: Anti-Bultmann Bücher am Mo 18 Okt 2010, 20:46

davina

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der herr wirkt in uns weiter, bitten wir ihm um seine antwort, so können wir den menschen, seine motivation und das buch verstehen,
in allen was uns begegnet, sei es situationen, menschen, ein film den wir anschauen, ein buch das wir lesen, er wirkt in uns, lassen wir es zu, was er uns damit sagen will,

so werden wir weise, durch seine weisheit, die er uns schenkt,
I love you

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